Regenwetter?

Hier unser Tipp!

Was kann man bei Regen in Flensburg machen? Das ist eine Frage, die sich viele Urlauber stellen, wenn das Wetter nicht zum Sonnenbaden am Strand oder Schwimmen im Meer einlädt. Wir haben die Antwort: Natürlich das Flensburger Schifffahrtsmuseum besuchen.

In unseren drei Häusern gibt es für Erwachsene und Kinder eine Menge zu entdecken – und das selbstverständlich nicht nur wenn es regnet und wir schlechtes Wetter haben.

Nachdem die Eintrittskarten im Foyer gekauft worden sind (Kinder bis 18 Jahre haben übrigens freien Eintritt), können die vom Regen nassgewordenen Jacken an der Garderobe aufgehängt werden und der Rundgang beginnen.

Das Stadtmodell zeigt Flensburg um 1600. Es sind Häuser, eine Kirche und die Stadtmauer zu sehen.

Das Stadtmodell

Erster Stopp ist das Stadtmodell im ersten Stock des Hauptgebäudes. Es zeigt, wie Flensburg um 1600 aussah. Deutlich zu erkennen sind zu dieser Zeit bereits die einzigartigen Hinterhöfe sowie ein langgezogener Straßenzug am westlichen Fördeufer. Damals bestand Flensburg nahezu nur aus diesem Straßenzug, der die beiden Marktplätze Nordermarkt und Südermarkt bis heute verbindet. Und auch noch viele andere Details lassen sich anhand des Stadtmodells entdecken. Der Besuch im Museum eignet sich daher besonders gut bei Regen. Denn so kann man trockenen Fußes selbst bei schlechtem Wetter einen guten Überblick über die Flensburger Innenstadt und ihren Hafen bekommen und später, wenn die Sonne wieder herausgekommen ist, die Gebäude und Plätze vor Ort anschauen und dabei von seinem im Museum erlangten Wissen profitieren.

Erstes Stockwerk

Ebenfalls auf der ersten Etage werden Themen wie Schiffsbau, Fahrtengebiete und Walfang sowie das Leben an Bord aufgegriffen. Und da auf den langen Seefahrten meist nicht nur die Sonne schien, sondern viele Schiffe während ihrer Fahrt auch in Sturm, Regen und Unwetter kamen, spielte natürlich auch der Glauben eine große Rolle – sowohl bei den Seeleuten als auch bei den Daheimgebliebenen. Zeugnisse davon sind beispielsweise ein Gesangsbuch mit Widmung und ein historischer Talisman, das sogenannte Euken. In unserer Ausstellung Hafen & Höfe verraten wir, welche spannenden Geschichten sich hinter diesen und vielen anderen Exponaten verbergen.

Das obere Stockwerk

Im oberen Stockwerk werden regelmäßig Sonderausstellungen gezeigt – immer mit einem maritimen und einem deutlichen Bezug zur Stadt Flensburg. Starker Toback – eine Kolonialware mit Spätfolgen, Die abenteuerlichen 7 Leben des Expeditionsschiffes FEUERLAND sowie Rum, Schweiß & Tränen sind Titel vergangener Sonderausstellungen, die im Flensburger Schifffahrtsmuseum in den letzten Jahren gezeigt worden sind. Eine Übersicht über unsere aktuellen Ausstellungen – sowohl Dauer- als auch Sonderausstellungen – finden Sie hier.

Kleine Pause

Nachdem die zwei Etagen des ehemaligen Zollpackhauses ausgiebig erkundet worden sind, ist es Zeit für eine kleine Stärkung. Im Museumscafé, das sich im Foyer befindet, gibt es Heißgetränke und Süßes für den kleinen Hunger zwischendurch.

Der Innenhof

Danach heißt es ab über den Hof. Sollte es regnen, ist das gar kein Problem. Denn an sämtlichen Außentüren stehen hauseigene Leih-Regenschirme für unsere Gäste parat. Wenn kein schlechtes Wetter herrscht, lädt der Innenhof zum Verweilen, Spielen und Experimentieren ein. Hier stehen Tischgarnituren an denen gespeist oder einfach die Sonne genossen werden kann, während die Kinder in den Laufschiffen Kurshalten üben, ihre eigene Kraft an den Flaschenzügen (im nautischen Fachjargon Taljen genannt) messen oder Schiffe im großen Wasserbassin zu Wasser lassen. Diese Aktivitäten sind jedoch nur in den Sommermonaten möglich – dann aber auch bei schlechtem Wetter; Voraussetzung: passende Kleidung.

Blick durch die Technikhalle. Rechts und links an den Wänden stehen verschiedene Maschinen. Auch im Vordergrund ist eine große Maschine zu erkennen. Im Hintergrund ist die Brücke eines Schiffes angedeutet.

Die Technikhalle

Vom Innenhof geht es dann in die Technikhalle, in der es um Navigation und Kommunikation an Bord geht und große Antriebsmaschinen stehen. Hier kann man am eigenen Leib zum Beispiel erfahren, wie sich die Vibration im Maschinenraum anfühlt und wie schwer es ist, ein Schiff zu steuern. (Der Schiffsimulator wird nur an unseren Techniksonntagen betrieben. Diese finden jeden ersten Sonntag im Monat statt: zum Terminkalender.

In der Mitte des Raumes steht eine braune Säule mit einer mittigen Glaseinfassung. Dort hinter ist eine Figur zu sehen, die einen versklavten Menschen aus Afrika darstellen soll. Dieser ist gefesselt. Dahinter steht ein großes Plantagenmodell mit kleinen Hütten und größeren Gebäuden für die Verarbeitung von Zuckerrohr. Im Hintergrund ist eine Wandtapete zu sehen. Auf dieser ist eine Zuckermühle abgebildet.

Das hintere Gebäude

Weiter geht’s im Hintergebäude, das drei Ausstellungen beherbergt. Die erste Etage widmet sich Flensburgs kolonialem Erbe. In der Ausstellung Zucker.Rum.Sklaverei wird nicht nur der Reichtum, der die Westindienfahrt nach Flensburg brachte thematisiert, sondern in erster Linie die Schattenseite des transatlantischen Dreieckshandels unter die Lupe genommen, indem unter anderem die Verschleppung von Menschen aus Afrika sowie das Leben der Versklavten auf einer Zuckerrohrplantage beschrieben wird. Wer will kann im Vorfeld oder Nachgang in unserem Rumkeller einen Film über die Flensburger Handelsgeschichte anschauen, die auch eng mit dem Westindienhandel verwoben ist.

Das Foto zeigt den Blick aus dem Steuerhaus HABICHT in die Ausstellung FÖRDESCHIFFAHRT im Flensburger Schifffahrtsmuseum. Im Steuerhaus ist ein großes Ruder bzw. Steuerrad mit dem das Schiff früher gesteuert worden ist.

Hintergebäude: 2. Stock

Im zweiten Stock können sich Interessierte über die Flensburger Werft und die Fördeschifffahrt informieren. Herzstück der Etage ist das Steuerhaus des historischen Salondampfers HABICHT. Hier können nicht nur schöne Selfies am Steuerrad gemacht werden, sondern auch eine unterhaltsame Geschichte auf der Mundart Petuh (eine Mischung aus Dänisch und Plattdeutsch) angehört werden.

Tauwerk – fein zu Schlaufen gelegt – hängt von der Decke herunter. Die Seile unterscheiden sich leicht in ihrer Stärke und in ihrer Farbe. Die Farben reichen von dunkelbraun bis hin zu hellbeige.

Nebengebäude

Bevor es zurück ins Hauptgebäude geht – und damit in den Museumsladen, um sich ein Andenken an den schönen Museumstag zu kaufen – fehlt noch eine Station auf dem Rundgang: die Ausstellung Tauwerk & Takelage, die sich in direkter Verlängerung zum Hauptgebäude befindet. Hier werden verschiedene Berufe beschrieben, die aufgrund der Seefahrt entstanden sind. So kann man sich hier zum Beispiel ansehen, wie früher ein Tau geschlagen worden ist oder auf welchen Nähmaschinen die großen Segel für die Schiffe genäht worden sind.

Natürlich bieten unsere Ausstellungen weit mehr, als in diesem Text beschrieben werden kann. So sind zum Beispiel in allen Ausstellungen verschiedene Mitmachangebote integriert, die nicht nur bei Kindern sehr beliebt sind. Auch können Kinder oder junggebliebene Erwachsene das Museum anhand einer Museumsrallye entdecken oder an verschiedenen offenen Führungen teilnehmen. Diese finden ebenfalls, wie die Techniksonntage, an jedem ersten Sonntag im Monat statt: zum Terminkalender.

Auf dem Foto ist der oberer Rahmen einer Glasschiebetür zu sehen. Es handelt sich hierbei um die Tür der Technikhalle. Über dem dunkelgrauen Rahmen hängt ein Notausgangs-Schild. Im Hintergrund ist ein großes Gebäude mit Gauben zu sehen, da die Fassade der Technikhalle aus Glas ist.

Escape-Spiele

Wer sich bei schlechtem Wetter (wir nennen es hier im Norden übrigens Schietwetter) gar nicht vor die Tür wagen will, für den haben wir einen ganz besonderen Tipp – 100 % Indoor: unsere Escape-Spiel für Kinder und spielbegeisterte Erwachsene. In diesem müssen spannende Rätsel rund um das Flensburger Schifffahrtsmuseum gelöst werden. Das Spiel ist völlig kostenfrei und kann bequem von Zuhause aus gespielt werden. Außerdem haben wir noch andere Spiele entwickelt, die als Druckbögen auf unserer Internetseite heruntergeladen werden können.

Es gibt also eine Menge bei uns im Haus oder mit uns online zu erleben, wenn wir hier im Norden schlechtes Wetter haben und uns aufgrund von Regen lieber Indoor aufhalten möchten. Probieren Sie es einfach mal aus. Und wenn Sie nach einem Tipp bei Regenwetter gefragt werden, dann empfehlen Sie uns gerne weiter.