Kolonial Memorial
Flensburg stimmt ab!
Die Stadt Flensburg hat einen zweistufigen künstlerischen Ideenwettbewerb für die Gestaltung eines Erinnerungsortes ausgeschrieben.
Der Wettbewerb trägt den Titel „Kolonial Memorial - Flensburg stimmt ab“.
Künstlerinnen und Künstler konnten konzeptionelle Vorschläge für einen Ort des Gedenkens an die kolonialen Verflechtungen der Stadt einreichen.
Der Kolonialismus hat Flensburg historisch geprägt:
Seit 1755 hatten Flensburger Kaufleute Zugriff auf die dänischen Kolonien in der Karibik.
Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts gewinnt die kritische Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit zunehmend an Bedeutung.
Der Wettbewerb knüpft an diesen Prozess an.
Er richtet den Fokus insbesondere auf die regionale Einbettung Flensburgs in den dänischen Kolonialismus.
Dabei sollen ausdrücklich auch die Perspektiven der in der Karibik versklavten Menschen sowie ihrer Nachkommen einbezogen werden.
Ziel des Wettbewerbs ist die Schaffung eines Erinnerungsortes im öffentlichen Raum.
Er soll in unmittelbarer Nähe des Flensburger Hafens und des Flensburger Schifffahrtsmuseums entstehen.
Dieser Ort soll
- die koloniale Vergangenheit Flensburgs kritisch vermitteln,
- zur Auseinandersetzung mit historischer Verantwortung anregen,
- Raum für Dialog eröffnen,
- ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und für Menschenrechte setzen.
Teilnahmeberechtigt waren Einzelpersonen sowie Teams aus den Bereichen Bildende Kunst, Geschichtsvermittlung, Landschaftsarchitektur oder Architektur.
Die Resonanz war überwältigend:
In einer ersten Phase gingen insgesamt 94 Entwürfe aus aller Welt ein.
Eine Jury aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft hat 19 Projekte davon zur zweiten Stufe eingeladen.
Nun ist die Öffentlichkeit dran:
Vom 1. bis 30. September werden diese Arbeiten im Flensburger Schifffahrtsmuseum und online präsentiert.
Sie können vor Ort oder online für Ihren Favoriten abstimmen.
Die drei höchstplatzierten Entwürfe werden mit einem Preisgeld prämiert.